Der September: Jetzt zählt jeder Handgriff. Nun, im September, ist die Gartensaison noch längst nicht vorbei – im Gegenteil: Der Boden ist noch angenehm warm, während die Nächte bereits kühler werden. Für die Bewässerung gilt weiterhin dieselbe Regel wie zuvor: früh oder spät giessen, seltener, dafür durchdringend. Die Bedürfnisse der Pflanzen ändern sich jetzt allerdings langsam – die Verdunstung lässt nach, weshalb die Wassergaben behutsam angepasst werden sollten.
Auch bei der Ernte bleibt einiges zu tun: Kartoffeln, Porree und viele Kohlarten wie Weisskohl, Blumenkohl und Kohlrabi kommen jetzt auf den Tisch. Wer bei den Kartoffeln nicht auch gegossen hat, wird sich mit kleinen Kartoffeln zufrieden geben müssen. Gleichzeitig bietet der September ideale Bedingungen für neue Aussaaten: Feldsalat, Spinat, Asiasalate und Radieschen vertragen die kühleren Temperaturen bestens und liefern noch einmal eine zarte, knackige Ernte. Wo Beete frei werden, sorgt eine Gründüngung mit Phacelia oder Gelbsenf dafür, dass der Boden über den Winter geschützt und für die nächste Saison gestärkt wird.
Beim Pflanzenschutz heisst es jetzt, wachsam zu bleiben: Der Kohlweissling legt im September seine dritte Generation ab. Zuverlässigen Schutz bieten feinmaschige Kulturschutznetze, die bis zur Ernte auf dem Beet bleiben sollten. Eine zweite Gefahr lauert im Wetterumschwung selbst: Feuchtwarme Witterung, wie sie nach herbstlichen Regengüssen typisch ist, begünstigt die Ausbreitung von Mehltau an Kohl, Gurken oder Stachelbeeren. Ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen und eine gute Durchlüftung der Bestände sind die beste Vorbeugung. Zeigen sich trotzdem erste Flecken, hilft es, befallene Blätter zügig zu entfernen, bevor sich der Pilz weiter ausbreitet.
Der Blick nach vorn. Der trockene August hat den Gärten einiges abverlangt, doch wer richtig gegossen und regelmässig geerntet hat, steht jetzt gut da. Im September gilt es, diesen Schwung mitzunehmen: die Bewässerung an die kühleren Tage anpassen, die letzten grossen Ernten einbringen und ein wachsames Auge auf Kohlpflanzen und feuchte Blätter behalten. So gehen die Gärten gestärkt in den Herbst.